Kein Ersatzteil, kein Hersteller
Die Steuerbaugruppe ist defekt und niemand liefert nach. Eine Woche Stillstand kostet schnell mehr als der ganze Schaltschrank.
Viele Anlagen im Bestand laufen mit Steuerungen aus den Neunzigern. Fällt eine Baugruppe aus, gibt es den Hersteller nicht mehr, Ersatzteile kommen aus Restbeständen, und das Programm liegt auf einem Datenträger ohne passendes Laufwerk.
Der zweite Fall ist das Gegenteil und endet ähnlich ärgerlich: Die Aufgabe ist überschaubar, gekauft wird trotzdem eine Kompaktsteuerung mit Klemmenmodulen, Netzteil, Panel und Lizenz. Bezahlt wird Peripherie für Funktionen, die nie jemand braucht.

Die Steuerbaugruppe ist defekt und niemand liefert nach. Eine Woche Stillstand kostet schnell mehr als der ganze Schaltschrank.
Eine Freigabe auswerten, ein Ventil takten, einen Zustand anzeigen. Dafür Klemmenmodule, Panel und Laufzeitlizenz zu kaufen, ist teuer erkaufte Reserve.
Der Anlagenbauer verbaut dieselbe bewährte Steuerung seit Jahren, doch ein zentrales Bauteil darauf ist abgekündigt.
Eine Spülzeit anpassen, einen Zähler auslesen, eine Störung verstehen. Ohne Fernzugriff steht dafür jedes Mal jemand im Technikraum.
Sie bezahlen die Funktion, nicht die Peripherie drumherum.
Eine eigene Steuerplatine enthält genau die Ein- und Ausgänge Ihrer Anlage und passt mechanisch hinein. Sie arbeitet auch bei Netzwerkausfall eigenständig weiter, lässt sich aus der Ferne parametrieren und ist in Kleinserie wiederholbar. Und Sie bekommen Schaltplan, Klemmenplan, Stückliste, Fertigungsdaten und Firmware-Quellcode, statt wieder von einem Lieferanten abhängig zu sein.
Die Bausteine wiederholen sich, die Aufgabe nicht. Hier steht je Fall, was die Steuerung schaltet, woran sie hängt und wo die Arbeit an Ihren Elektrofachbetrieb übergeht.

Wasser erst nach Freigabe, danach zeitgesteuert, und der Zustand soll von außen erkennbar sein. Klingt einfach und hat im Detail genug Fälle, an denen eine zusammengesteckte Lösung scheitert.

In selten genutzten Duschanlagen ist Stagnation das eigentliche Problem. Eine Steuerung, die ohnehin das Ventil schaltet, kann das Spülen übernehmen und dabei mitschreiben.
Abgrenzung: Das unterstützt Sie bei Ihren Betreiberpflichten, es übernimmt sie nicht. Bewertung der Trinkwasserinstallation, Intervalle, Temperaturen und bestimmungsgemäßer Betrieb bleiben Sache Ihres Fachplaners oder Installateurs, nach Trinkwasserverordnung, DVGW W 551 und VDI 6023 Blatt 1.

Waschplätze, Staubsaugersäulen und Wertstoffannahmen brauchen dasselbe: Freigabe, eine Laufzeit und eine Rückmeldung, aus der sich abrechnen lässt.

Die Anlage steht, weil eine Steuerbaugruppe defekt ist und niemand sie mehr liefert. Der schnellste Weg zurück in den Betrieb führt über dieselbe Klemmleiste.

Drei Antriebe freigeben, zwei Ventile takten, einen Zähler führen, Betriebsstunden anzeigen. Für diese Aufgabe ist eine modulare Steuerung überdimensioniert, und jedes zusätzliche Modul ist eine weitere Klemmstelle.

Eine vorhandene Anlage soll Betriebsdaten an Leitsystem, Datenbank oder Dashboard liefern, ohne dass jemand die Steuerung anfasst. Genau das ist der Punkt, an dem sonst die Diskussion mit der Instandhaltung beginnt.

Ein Anlagenbauer verbaut seit Jahren dieselbe Steuerbaugruppe, doch ein zentrales Bauteil ist abgekündigt. Solange noch Lagerbestand da ist, lässt sich das geordnet lösen.

Der größte Einzelposten im Betrieb einer verteilten Anlage ist die Anfahrt. Eine Spülzeit anzupassen oder einen Zählerstand abzulesen, muss niemanden ins Auto setzen.

Für Duschräume auf Rastanlagen hat NeuFokus eine Steuerplatine entwickelt und in Serie fertigen lassen. Sie ist der Grund, warum die Bausteine auf dieser Seite keine Theorie sind.
Darauf aufbauend entsteht ein Zutritts- und Belegungssystem für Sanitärräume. Es ist im Pilotbetrieb, weitere Standorte sind in Vorbereitung. Geht es um Nutzung und Auslastung, steht das unter Belegungs- und Auslastungssysteme.
Typisch 8 bis 16 Digitaleingänge für 24 V, über Optokoppler getrennt, dazu 2 bis 4 Analogeingänge für 4 bis 20 mA und Zähleingänge für Impulsgeber.
Typisch 4 bis 8 Kanäle als Relais oder MOSFET-Treiber, Relais potentialfrei mit etwa 2 A bei 30 V DC, MOSFET-Kanäle etwa 1 A bei 24 V DC mit Freilaufdiode.
Modbus RTU über isoliertes RS485, nach Spezifikation bis 32 Teilnehmer je Segment ohne Repeater. Ethernet mit 10/100 Mbit/s, auf Wunsch versorgt über PoE nach IEEE 802.3af.
24 V Schutzkleinspannung, Verpolschutz, TVS-Dioden und Sicherungen an den Feldanschlüssen, Schutzlack bei Feuchte. Hutschiene im Schrank oder Feldgehäuse in IP65.
Die Steuerungen von NeuFokus übernehmen Betriebsfunktionen, keine Sicherheitsfunktionen. Not-Halt, Schutztürüberwachung und andere sicherheitsbezogene Teile von Steuerungen nach DIN EN ISO 13849-1 werden mit zugelassener Sicherheitstechnik umgesetzt und bleiben Teil des Sicherheitskonzepts des Maschinenherstellers. NeuFokus liefert solche Komponenten nicht und prüft sie nicht. Die Steuerung kann von einem Sicherheitskreis freigegeben oder abgeschaltet werden, sie ist aber kein Teil davon.
Genauso ehrlich gehört hierher: Eine eigene Steuerplatine ist nicht immer die richtige Antwort. Kommen viele sicherheitsgerichtete Funktionen zusammen, ist Ihre Instandhaltung bereits auf einer Steuerungsplattform ausgebildet, verlangen normative Anforderungen eine etablierte Umgebung oder wollen Ihre Leute das Programm häufig selbst ändern, dann ist eine speicherprogrammierbare Steuerung die bessere Wahl. In diesem Fall empfehle ich sie und übernehme höchstens die Anbindung. Das sage ich im Erstgespräch, bevor ein Angebot entsteht.
Zum Maschinenrecht sachlich: Für Maschinen gilt derzeit die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG. Die EU-Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 gilt ab dem 20. Januar 2027, und mit Wirkung von diesem Tag wird die Richtlinie aufgehoben, eine Wahlphase zwischen beiden gibt es nicht. Wer eine Maschine so verändert, dass eine neue erhebliche Gefährdung entsteht, kann selbst zum Hersteller werden, mit Risikobeurteilung, Konformitätserklärung und Kennzeichnung. Die Beurteilungshilfe dazu gibt das Interpretationspapier des BMAS. Diese Bewertung gehört in die Hand des Betreibers oder Herstellers. NeuFokus liefert die technische Beschreibung der eigenen Baugruppe als Zulieferteil, keine Konformitätsbewertung Ihrer Maschine.
Schaltschrankbau, Netzseite, Absicherung, Potenzialausgleich und der Anschluss des Netzteils sind Sache einer Elektrofachkraft. Eine gebaute Schaltanlage unterliegt zudem der Normenreihe DIN EN IEC 61439. NeuFokus liefert Steuerungselektronik für Kleinspannung, Software, Inbetriebnahme, Dokumentation und die Schnittstellenbeschreibung für den Elektrofachbetrieb.
Netzlasten werden ausschließlich mittelbar geschaltet, über potentialfreie Kontakte oder Koppelrelais, die der Elektrofachbetrieb einbaut und anschließt. Für Sie heißt das: Jede Arbeit macht der qualifizierte Betrieb, sicherheitsrelevante Stromkreise bleiben unberührt, und die Aufteilung ist für Prüfer und Versicherer nachvollziehbar. Einen festen Partnerbetrieb gibt es nicht, auf Wunsch vermittle ich einen aus der Region.
Vier Schritte. Im ersten sage ich Ihnen auch, wenn eine Standardsteuerung die bessere Wahl ist.
Ich sehe mir die Anlage im laufenden Betrieb an und nehme die Klemmenbelegung auf. Sie erhalten eine schriftliche Aufnahme mit Fotos, Signalliste und offenen Punkten. Erstgespräch und erste Aufnahme sind kostenlos und unverbindlich.
Funktionsbeschreibung, Blockschaltbild, Ein- und Ausgangsliste, Schnittstellen und die Abgrenzung der Gewerke einschließlich der Arbeiten Ihres Elektrofachbetriebs. Das Dokument taugt für einen Angebotsvergleich und für einen Förderantrag.
Schaltung und Layout entstehen in KiCad, Prototypen werden gefertigt und bestückt, Aufbau und Funktionstest laufen im eigenen Labor. Sie bekommen einen Prototyp zum Gegenprüfen, bevor eine Kleinserie startet.
Die Inbetriebnahme läuft gemeinsam mit Ihrem Elektrofachbetrieb, der die Netzseite verantwortet. Ich parametriere, prüfe jedes Signal einzeln und weise Ihre Leute ein. Danach entscheiden Sie zwischen laufender Betreuung und Unterstützung auf Abruf.