Aufbau statt Gerät
Der Laboraufbau beweist die Funktion und sonst nichts. Kein Gehäuse, kein Verpolschutz, keine Steckverbinder, die einen Transport überstehen.
Ein Entwicklungsboard, ein paar Sensoren, Drahtbrücken und ein Skript, das tut, was es soll. Die Idee ist bewiesen. Was fehlt, ist alles andere: Gehäuse, Schutzbeschaltung, reproduzierbares Verhalten und ein Exemplar, das man jemandem in die Hand geben kann.
Genau dort bleiben die meisten Projekte hängen. Nicht an der Funktion, sondern am Weg vom funktionierenden Aufbau über das erste Muster für Pilotkunden bis zu einer Serie, die sich wiederholen lässt.

Der Laboraufbau beweist die Funktion und sonst nichts. Kein Gehäuse, kein Verpolschutz, keine Steckverbinder, die einen Transport überstehen.
Was als Einzelstück funktioniert, streut in der Serie. Ohne Prüfpunkte und Prüfanweisung merkt man das erst beim Kunden.
Von fünf auf zweihundert ist eine eigene Disziplin: Bauteilverfügbarkeit, Mindestmengen, Lieferzeiten und ein Layout, das der Fertiger auch mag.
Kein gepflegtes Schaltbild, keine Stückliste, kein versionierter Quellcode. Der Projektstand hängt an einer Person und an deren Rechner.
Ein Prototyp beweist, dass es geht. Ein Produkt beweist, dass es sich wiederholen lässt.
Dazwischen liegen Schaltungsentwurf, Layout, Schutzbeschaltung, Prüfbarkeit, Beschaffung und Dokumentation. NeuFokus begleitet diesen Weg in Schritten, die Sie einzeln beauftragen können, vom ersten Funktionsmuster bis zur laufenden Serie. Und Sie bekommen am Ende den vollständigen Datensatz, nicht nur die Platine.
Jeder Schritt ist einzeln beauftragbar, und nach jedem können Sie aufhören. Hier steht, was in dieser Phase entsteht, womit gearbeitet wird und was am Ende in Ihren Händen liegt.

Bevor eine Leiterplatte entsteht, wird geklärt, was das Gerät können muss und wo das Risiko liegt. Diese Phase kostet am wenigsten und entscheidet am meisten.

Zuerst wird die riskanteste Annahme geprüft, nicht die schönste Funktion. Reicht die Reichweite, hält die Batterie, erkennt der Sensor das wirklich? Dafür braucht es noch keine eigene Platine.

Jetzt entsteht eine Leiterplatte, die zum Bauraum passt und die man mitnehmen kann. Prüfpunkte und Schutzbeschaltung kommen sofort mit hinein, weil sie später nicht mehr nachrüstbar sind.

Fünf bis zwanzig Geräte, die nicht mehr nach Labor aussehen. Sie sollen nicht perfekt sein, sie sollen echte Rückmeldung erzeugen, und zwar bei Menschen, die nicht im Projekt stecken.
Vorher klären: Die Abgabe von Mustern an Pilotkunden kann bereits ein Inverkehrbringen sein, mit allen Pflichten des Herstellers. Das gehört vor den Pilotbetrieb auf den Tisch und nicht danach.

Der Pilotbetrieb bringt Dinge zutage, die im Labor niemand sieht: Wärme, Feuchte, ungeplante Bedienung, ein Netz, das nachts weg ist. Daraus entsteht ein Stand, der die Serienfreigabe trägt.

Hier entscheidet sich, ob die Serie später ruhig läuft. Eine Baugruppe, die man nicht in zwei Minuten prüfen kann, wird in der Fertigung nicht geprüft.

Die Serie ist kein größerer Prototyp, sondern ein Beschaffungs- und Logistikthema. Der häufigste Grund für einen verpatzten Serienstart ist ein Bauteil mit zwanzig Wochen Lieferzeit.
Grenze: Eine lückenlose Chargenrückverfolgung gibt es auf dem Standardweg nicht. Wenn Ihre Branche das verlangt, gehört es vor die Fertigerwahl und nicht in die erste Reklamation.

Hardware und Firmware gehören zusammen, weil die entscheidenden Fragen genau an der Grenze liegen. Und weil ein Gerät ohne Updateweg heute ein Gerät mit Ablaufdatum ist.

Der umgekehrte Fall: Es gibt bereits ein Produkt, aber ein Bauteil darin nicht mehr, oder die Baugruppe in einer Maschine ist defekt und niemand liefert Ersatz.
ESP32-S3 mit WLAN und Bluetooth Low Energy, oder STM32, wo geringer Ruhestrom oder feste Zeitbedingungen zählen. Firmware in C, versioniert in Git.
Ethernet über W5500, isoliertes RS485 für Modbus RTU, dazu LoRaWAN, LTE-M und NB-IoT als Module mit vorhandener Funkzulassung.
24 V Schutzkleinspannung, Verpolschutz, Sicherung und TVS-Dioden an jeder nach außen geführten Leitung. Ausgelegt gegen EN IEC 61000-6-2 und 6-4.
Messpunkte im Layout vorgesehen, Prüfanweisung für die Serie, Fehlerspeicher und Betriebsstundenzähler für den Betrieb beim Kunden.
NeuFokus ist ein Entwicklungsdienstleister, kein Prüflabor und keine benannte Stelle. Es werden keine Prüfberichte und keine Zertifikate ausgestellt und kein GS-Zeichen vergeben. Eine EMV-Messung, eine Prüfung der elektrischen Sicherheit oder was im Gespräch oft pauschal als Prüfung beim TÜV bezeichnet wird, findet bei einer akkreditierten Prüfstelle statt. Die Entwicklung bereitet darauf vor, sie ersetzt es nicht.
Was NeuFokus dafür tut: Die Baugruppen werden begleitend gegen die EMV-Fachgrundnormen EN IEC 61000-6-2 und EN IEC 61000-6-4 ausgelegt, mit durchgehenden Masseflächen, Entkopplung, Filtern und TVS-Dioden an den Schnittstellen. Das ist ein Auslegungsziel und keine Konformitätsaussage. Im eigenen Labor stehen Oszilloskop und Logikanalysator für Bring-up und Funktionstest, eine normgerechte Messung ist damit nicht möglich. Für den Prüftermin bereite ich die Muster vor, begleite ihn und arbeite die Befunde in eine Revision ein. Das Ergebnis gehört in Ihre technische Dokumentation.
Hersteller im Rechtssinn ist, wer das Produkt unter eigenem Namen in Verkehr bringt, und das sind bei einer Auftragsentwicklung in aller Regel Sie. Konformitätsbewertung, technische Unterlagen, EU-Konformitätserklärung und CE-Kennzeichnung liegen damit bei Ihnen. Welche Rechtsakte greifen, hängt vom Produkt ab, üblich sind die EMV-Richtlinie 2014/30/EU, die Funkanlagenrichtlinie 2014/53/EU sobald ein Funkmodul verbaut ist, und die RoHS-Richtlinie 2011/65/EU. Die Niederspannungsrichtlinie greift erst ab 50 V Wechselspannung beziehungsweise 75 V Gleichspannung, eine Baugruppe mit 12 V oder 24 V fällt nicht darunter. Dazu kommt die Cyberresilienz-Verordnung (EU) 2024/2847 für Produkte mit digitalen Elementen, deren Meldepflichten seit dem 11. September 2026 gelten und deren übrige Pflichten zum 11. Dezember 2027 folgen.
NeuFokus entwickelt ausschließlich Kleinspannungselektronik, typisch 12 V oder 24 V Gleichspannung als Schutzkleinspannung, dazu Batterie, Solar und Power over Ethernet. Auf der Primärseite wird nicht gearbeitet: Braucht ein Gerät Netzspannung, kommt ein zugelassenes Netzteilmodul als Zukaufteil zum Einsatz.
Anschluss, Absicherung, Potenzialausgleich und jede Schaltung von Netzlasten übernimmt eine Elektrofachkraft, in der Regel Ihr Elektrofachbetrieb. Das ist keine Notlösung, sondern die Aufteilung nach Qualifikation, und sie ist der Grund, warum eine selbst entworfene Netzteilstufe hier gar nicht erst zur Diskussion steht. Einen festen Partnerbetrieb gibt es nicht, auf Wunsch vermittle ich einen aus der Region.
Vier Schritte, einzeln beauftragbar. Nach dem zweiten steht schriftlich, was entsteht und was ausdrücklich nicht.
Bei einer Bestandsmaschine ein Termin an der Anlage, bei einer Neuentwicklung ein Gespräch mit Ihren Unterlagen: Welche Signale liegen an, wie viel Bauraum ist da, welche Umgebung herrscht. Daraus entsteht ein Lastenheft, das Sie freigeben.
Blockschaltbild, Schnittstellen, Spannungsversorgung, Bauteilkonzept. Hier fallen die Entscheidungen über Controller, Kommunikationsweg, Schutzbeschaltung und Gehäuse. Das Dokument benennt auch, was bewusst nicht zum Umfang gehört.
Schaltplan und Layout entstehen in KiCad, mit Prüfpunkten für die Inbetriebnahme und abschließender Prüfung auf Fertigungstauglichkeit. Nach Ihrer Freigabe gehen die Daten in Fertigung und Bestückung, die Muster nehme ich selbst am Prüfplatz in Betrieb.
Aus demselben Datensatz folgt die Kleinserie, ergänzt um eine Prüfanweisung für den Funktionstest. Sie erhalten Schaltplan, Layout, Stückliste mit Bezugsquellen, Fertigungsdaten, Firmware-Quellcode und Dokumentation.